W I R T S C H A F T S D I A L O G  

Wirtschaftsdialog im Landkreis Diepholz

 

Der Landkreis Diepholz lebt vom starken Engagement seiner zahlreichen mittelständischen und landwirtschaftlichen Betriebe. Sie sind das Rückgrat unserer regionalen Wirtschaft – innovativ, leistungsstark und tief in der Heimat verwurzelt.

Mit unserem regelmäßigen Wirtschaftsdialog möchten wir den direkten Austausch mit Unternehmerinnen und Unternehmern fördern. Ihre Sorgen, Herausforderungen und Ideen nehmen wir ernst und machen sie sichtbar – hier auf dieser Seite und in unserer politischen Arbeit.

Denn nur wer zuhört, kann auch verantwortungsvoll handeln.

 

KLARTEXT MITTELSTAND

Die Stimme des Rückgrats unserer Wirtschaft

Der Mittelstand ist mehr als nur ein wirtschaftlicher Motor – er ist das Rückgrat unserer Region. Die kleinen und mittleren Betriebe vor Ort sichern Arbeitsplätze, bilden aus, tragen Verantwortung und schaffen Wohlstand – oft im Stillen, aber mit großer Wirkung.

Mit unserem neuen Format „KLARTEXT MITTELSTAND“ gibt die WerteUnion dem Mittelstand eine starke Stimme. Wir gehen dorthin, wo gearbeitet, produziert und Verantwortung übernommen wird: direkt in die Betriebe. Im offenen Gespräch hören wir genau hin, fragen nach, benennen Herausforderungen – und schaffen Transparenz.

Unser Ziel: Die Sorgen, Wünsche und Forderungen der Unternehmerinnen und Unternehmer sichtbar machen. KLARTEXT statt Floskeln, echtes Interesse statt Politik von oben herab. Wir nehmen den Mittelstand ernst – nicht nur in Worten, sondern im direkten Dialog vor Ort.

Denn nur wer zuhört, kann verstehen. Und nur wer versteht, kann verändern.

Massolle Pulverbeschichtung GmbH, Stuhr

Mein erster Besuch im Rahmen der Initiative KLARTEXT MITTELSTAND führte mich zur Firma Massolle Pulverbeschichtungen GmbH nach Stuhr – ein beeindruckendes Unternehmen, geführt von einer ebenso beeindruckenden Unternehmerin: Aga Baczkowska.

Frau Baczkowska verkörpert, wofür der deutsche Mittelstand steht: Mut, Weitsicht und unternehmerische Leistungsbereitschaft. Doch trotz ihres Engagements und ihrer Innovationskraft macht sie sich ernsthafte Sorgen um die Zukunft ihres Betriebs.

Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Bürokratische Hürden nehmen stetig zu, Fachkräfte sind kaum zu finden, und viele Bewerber bringen kaum noch Arbeitsmotivation mit. Die Unternehmerin spricht Klartext: Die Leistungsbereitschaft in unserer Gesellschaft sinkt spürbar – auch, weil der Sozialstaat zu viele Anreize setzt, sich nicht eigenverantwortlich einzubringen.

Die Enttäuschung über die aktuelle Politik ist groß. Die Bundesregierung schafft es nicht, den Bedürfnissen des Mittelstands gerecht zu werden. Statt wirtschaftlicher Vernunft dominieren Überregulierung und eine ausufernde Sozialpolitik.

Ich habe Frau Baczkowska die Position der WerteUnion erläutert: Wir stehen für einen schlanken, handlungsfähigen Staat, der den Einzelnen zur Eigenverantwortung ermutigt. Sozialpolitik darf nicht zur Dauerabsicherung ohne Gegenleistung verkommen. Helfen – ja, wo es nötig ist. Aber es muss wieder zur Selbstverständlichkeit werden, dass jeder sein Leben selbst in die Hand nimmt.

Der Mittelstand braucht dringend verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine Politik, die Leistung wieder wertschätzt. Warten ist keine Option mehr – es muss jetzt gehandelt werden.

Hof Brüning in Bassum-Bünte 

Am 10. September durfte ich den Hof von Tina und Hergen Brüning in Bassum-Bünte besuchen. Der landwirtschaftliche Familienbetrieb hat mich tief beeindruckt – drei Generationen unter einem Dach, viel Herzblut, Engagement und ein starker Wille, unsere heimische Landwirtschaft trotz widriger Umstände zu erhalten.

In unserem ausführlichen Gespräch wurde deutlich, wie groß die Herausforderungen aktuell sind:

EU-Auflagen und deutsche Verschärfungen: Was auf europäischer Ebene beschlossen wird, wird in Deutschland oft noch strenger umgesetzt. Damit entstehen innerhalb der EU ungleiche Wettbewerbsbedingungen – meist zum Nachteil unserer Landwirte. Hergen Brüning machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass die deutsche Politik in vielen Bereichen der Landwirtschaft durch Inkompetenz geprägt ist. Zahlreiche Beschlüsse seien weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, sondern führten im Gegenteil zu massiven Belastungen für die Betriebe vor Ort.

Ein weiteres großes Thema war das Mercosur-Abkommen: Während europäische Autos und die Großindustrie Zollvorteile beim Export nach Südamerika erhalten, können Fleisch, Soja oder  Zucker nahezu zollfrei nach Europa eingeführt werden. Argentinisches Rind- oder Geflügelfleisch ist dadurch auf dem EU-Markt deutlich günstiger als unser regional produziertes Fleisch. Für die Landwirte hierzulande bedeutet das nicht nur existenzielle Bedrohung – man fühlt sich schlicht als Opfer der Industrie. Besonders gravierend: In Südamerika gelten völlig andere Standards. Tiere werden dort unter Bedingungen gehalten, die in Europa nicht zulässig wären. Pflanzenschutzmittel, die in der EU seit Jahrzehnten verboten sind, kommen dort zum Einsatz. Fleisch wird mit Hormonen produziert, die in Deutschland streng untersagt sind. Produkte, die hier niemals eine Zulassung erhalten würden, dürfen über dieses Abkommen dennoch eingeführt werden. Die Folge: Unsere heimischen Produkte werden durch Billigimporte massiv geschwächt. Die eigene Produktion geht zurück, während gleichzeitig die Abhängigkeit von Drittstaaten weiter steigt. Zusätzlich wird durch die wachsende Nachfrage nach südamerikanischen Agrarprodukten die Abholzung des Regenwaldes noch befeuert. Aus Sicht des Klimaschutzes ist dieses Abkommen daher nicht nur widersprüchlich, sondern geradezu irrational.

Besonders deutlich wurde: Die Wertschätzung für unsere Landwirte fehlt. Dabei leisten Betriebe wie der von Familie Brüning Beeindruckendes – sie sichern die regionale Versorgung, pflegen unsere Kulturlandschaften und halten unsere Traditionen lebendig. Wir als WerteUnion setzen uns klar für den Erhalt kleiner und mittlerer Familienbetriebe ein. Wir wollen Sprachrohr der Landwirtschaft sein und dafür sorgen, dass ihre Anliegen auch in der Politik Gehör finden.